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Große Straße 43

Berthilde Löwenstein, Dr. Gustav Löwenstein, Ernst Löwenstein, Helga Löwenstein

Wir arbeiten zurzeit noch an der Ausarbeitung dieser Biografie mit vielen weiteren Bildern und detaillierten Informationen.

Berthilde Löwenstein war die älteste Tochter des Kaufmanns Julius Löwenstein (1870 -1934) und seiner Ehefrau Amalie, geb. Baumgarten. Sie heiratete 1927 den 1899 in Obernkirchen geborenen Rechtsanwalt Dr. Gustav Löwenstein. Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Ernst/Aharon (Jg.1929) und Helga/Hanna (Jg.1932).

Dr. Gustav Löwenstein war seit 1925 der einzige jüdische Rechtsanwalt in Verden, zeitweise auch Vorsitzender der Ortgruppe Verden des »Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten«. Als Freiberufler war er betroffen von den Ausführungsbestimmungen des »Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums« vom 07.04.1933. Ihm wurde die »Zulassung zur Rechtsanwaltschaft« entzogen.

Am 04.11.1933 eröffnete er im Hause seiner Schwiegereltern ein »Büro für Rechtssachen«, das mangels Klienten aber keine wirtschaftliche Existenzgrundlage bot. Am 31.05.1934 emigrierte die Familie nach Palästina. Als Rechtsanwalt war Dr. Gustav Löwenstein nie tätig.

Quellen:

  • Stadtarchiv Verden: Rep. III, „Pascheberg-Akten“ Nr. 14 ff
  • Stadtarchiv Verden: Rep. II Schule H I, 5,1 und 5,2
  • Stadtarchiv Verden: Alte Meldekartei, Adressbücher 1904, 1910, 1922, 1927, Einwohnerbuch 1934
  • Nds. Staatsarchiv Stade: Rep. 86 Verden Nr. 17 (Gefangenenbuch des Landgerichtsgefängnisses Verden)
  • Staatsarchiv Bremen: 4,54 – E 10196 (Entschädigungsakten)
  • Staatsarchiv Bremen: 4,82/1 Einwohnermeldekartei, 1. Schicht
  • Archiv des Domgymnasium Verden: Schülerhauptverzeichnis, Klassenbücher 1931/32 ff
  • (ehemaliges) Fotoarchiv Troue: Foto-Nr. 1925
  • Staatsarchiv Bremen (Hg.) »…sind Sie für den geschlossenen Arbeitseinsatz vorgesehen…« »Judendeportationen« von Bremerinnen und Bremern während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, Kleine Schriften des Staatsarchivs Bremen, H. 36, Bremen 2006
  • Staatsarchiv Bremen (Hg.): Erinnerungsbuch für die als Juden verfolgten Einwohner Bremens, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wegen ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Glaubensgemeinschaft oder nach den Kriterien der nationalsozialistischen Rassegesetzgebung als Juden verfolgt wurden. Kleine Schriften des Staatsarchivs Bremen, H. 37, Bremen 2006
  • Haag, Christian: Das Schicksal der jüdischen Bürger Verdens unter dem Nati-onalsozialismus, Bibliothec Gymnasii Verdensis, Verden 1991 (maschinen-schriftlich 1965)
  • Weidemann, Jürgen: Novemberpogrom 1938 – »Kristallnacht« in Verden, Verden o.J. (1988)
  • Verdener Neueste Nachrichten vom 10.11.1938 (»Die Trauerkunde löste tiefste Empörung aus«)
  • Verdener Nachrichten vom 17.05.1985 (Erlebnisbericht von Uri Bustan)
  • Verdener Nachrichten vom 18.11.1991 (Weidemann, J: Vor 50 Jahren: Juden ins Ghetto Minsk deportiert)
  • Verdener Nachrichten vom 08.09.1993 (»Warum wohnen Sie nicht in Verden?«)
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